Riesengebirge - Oh du deutsches Gebirge
Nirgendwo gibt es zu deiner Landschaft und
der Vielfalt deiner Natur in den nahen anderen
Gebirgen eine Parallele,denn du bist
von solch herber Schönheit,undendlich weit
paradiesisch unberührt und von dichten Wäldern bedeckt.
Deine Bergwelt bildet eine reiche Schatzkammer
aus der wir immer nur mit Verstand und Maßen schöpfen sollten !

Bewahren wir deshalb diesen Schatz unserer Vorfahren.





Das Riesengebirge - "Das gigantische Gebirge" - wie es auch genannt wird, bildet den höchsten Teil der Sudeten. Es erstreckt sich mit seinem ca. 40 km langen Hauptkamm von Jakobstal, den Quellen des großen Zakken oberhalb von Oberschreiberhau bis zum Schmiedeberger und Liebauer Paß zum Ursprung des Bober.

Jedoch führt der Name Riesengebirge in die Irre, denn die alte Heimat der Sudetendeutschen und in der schlesischen Sagenwelt das Reich von Rübezahl, verdankt seinen Namen wahrscheinlich den "Holzriesen", schmale Rinnen oder auch Hörnerschlitten, Rutschen (Riesen genannt), in denen die im Sommer gefällten Baumstämme und aufgeschichteten geschälten Rundhölzer im Winter bei hohem Schnee zu Tal gebracht wurden.

Wie heut und einst besungen
Blaue Berge,Grüne Täler Auf schlesischer Seite zieht sich bis zum Bober-Katzbach-Gebirge der Hirschberger Talkessel während auf der Südseite eine weitere Kammlandschaft, der Böhmische Kamm, zu finden ist Dazwischen liegen die sog. Sieben Gründe, in denen die Elbe entspringt, die oberhalb von Spindlermühle ihre Quellarme vereinigt. Zusammen mit der Schneekoppe ragt es bis 1603 m empor.Daneben gelten der Brunnberg ( 1560 m ), Hohes Rad ( 1509 m ), Kleine Sturmhaube ( 1442 m ), Kesselkoppe ( 1434 m ), Große Sturmhaube ( 1424 m ), Reifträger ( 1362 m ) und der Schwarzenberg bei Johannisbad( 1299 m )als weitere bekannte Berge.Die durchschnittliche Kammhöhe beträgt 1300 m. Von Hohenelbe ( 480 m ) und Freiheit ( 512 m ) auf der böhmischen Seite ist ein gestaffeltes Ansteigen zum 6 km breiten Hochkamm zu verzeichnen.

Der steilere Abfall ist nach Schlesien zum Kessel von Hirschberg gerichtet. Dem die Grenze tragenden Hauptrücken sind die böhmischen Kämme vorgelagert ( Brunnberg - Ziegenrücken und Kesselkoppe ), die bei dem Kur- und Erholungsort Spindelmühle ( 800 m ) von der jungen Elbe in einer Talenge durchbrochen werden.

Der Elbegrund Deren Quelläste haben sich vorher im Gebiet der Sieben Gründe gesammelt. Im östlichen Abschnitt ist zwischen Schneekoppe und Brunnberg der eiszeitlich modellierte, 400 m tiefe Riesengrund hervorzuheben, aus dem die nach Trautenau in das südliche Vorland eilende Aupa herausfließt.

Die Westgrenze des Riesengebirges bildet das Tal der Iser. Im westlichen Zipfel liegt Harrachsdorf. Dort präsentiert das sich im einstigen Herrschaftlichen Park das Glasmuseum mit kostbaren Trinkgläsern, Kronleuchterb, Glocken und anderen Objekte aus Glas.

Plötzliche Wetterumstürze, wie man sie sonst nur aus dem Hochgebirge kennt, sind im Riesengebirge keine Seltenheit und machen Wanderungen schnell zum Abenteuer, bei denen das Absingen von Riesengebirglers Heimatlied weiterhilft.

Über die Kammlagen pfeifen immer wieder Stürme, die Menschen, Tieren und Pflanzen zusetzen. "Es ist neun Monde Winter und drei Monde kalt" beschreibt ein altes Sprichwort treffend die Großwetterlage. Der erste Schnee fällt häufig schon im September, der letzte oft erst im Mai.Er bleibt manchmal bis in den Spätsommer liegen, in schattigen Mulden vereinzelt sogar ganzjährig. Regelmäßig muss die Bergwacht im Winter die Skiurlauber vor Lawinenabgängen warnen. Dank seines alpinen Charakters, seines hohen geologischen Alters und seiner reichen Fauna und Flora, ähnelt sein Erscheinungsbild dem der Alpen, obwohl es geologisch älter als die Alpen ist.

Und obwohl seine Fläche eher klein ist, befinden sich neben ausgedehnten Fichtenwäldern auch Kiefernwälder und malerisch sich erstreckende Almwiesen sowie eine weit ausgedehnte Moorlandschaft.Eine imposante Landschaft inmitten schroffer Gebirgszüge,Hochmoore und Wasserfällen.

Mit sanften Täler und ursprünglichen Dörfer - eben eine imposante Landschaft - Mit Ausnahme weniger Stellen, aus Gründen des Naturschutzes, ist das gesamte Gebiet für jedermann frei zugänglich.Diese Tatsachen sowie der mannigfaltige Reiz des Gebirges haben es zu einem der beliebtesten Landschaften zu einer imposanten Landschaft in Europa gemacht.

Geologisch ist eine Einheit mit dem Isergebirge vorhanden. Eine große Granitmasse ist im Süden und Osten von harten Glimmerschiefern ummantelt, die an jüngeren Längsbrüchen emporgepreßt und von den Rändern her zerschnitten worden sind.

Schneekoppe, Brunnberg, der Grat des Ziegenrückens und die Kesselkoppe sind an diese Kontaktschiefer gebunden. Der südliche Randbruch prägt sich in der Formenwelt und in Mineralquellen und Thermen (Johannesbad) aus. Die Heraushebung der alten Landoberfläche hat eine lebhaft ausgebildete Hügellandschaft in die heutige Gipfelregion gebracht, wo sie noch jetzt im Wechsel von Kuppen und Ebenheiten entgegentritt. In der Eiszeit waren die Höhen über 1100 m verfirnt und Gletscher zogen bis 750 m in die Täler hinab (Moränen bei Petzer und Spindelmühle). An einige Stellen sind schöne Karnischen ausgeprägt.

Der Korkonosch Die Hänge des Gebirges werden oft von altem Blockwerk bedeckt, das sich zu regelrechten Blockströmen zusammen- schließt und die Berggipfel werden manchmal von wollsackähnlichen Felsgebilden gekrönt.Infolge der bedeutenden Höhenlage trifft man ein echtes Gebirgsklima an. Auf der Schneekoppe liegt das Jahresmittel der Temperatur gerade beim Gefrierpunkt. Die Jahresschwankung ist aber geringer als im Gebirgsvorland.

Das Kammgebiet ist durch heftige Winde gekennzeichnet, die den Pflanzenwuchs außerordentlich hemmen.Die höheren Niederschlagswerte (bis 1400 mm) liegen auf der böhmischen Seite, wo die Regenwinde von den Flanken der weitverzweigten Täler aufgefangen werden. Die Schneedecke hält sich in der Gipfelzone gegen acht Monate. Noch im Juli kann es auf dem Kamm zu Schneetreiben kommen. Phantastische Rauhreifbildungen sind während des langen Winters die Regel. Sonnige Sommertage sind selten. Auch in der wärmeren Jahreszeit werden die Berge von ziehenden Nebeln verhüllt.

Bis gegen 1000 m sind schöne Mischwälder vorhanden. Dann ist bis zur Waldgrenze bei rund 1300 m die Fichte ausgeprägt. Die Ebenheiten der Kämme sind zum Teil mit Knieholz (Legföhren) bekleidet. Dazwischen dehnen sich weite Borstengrasmatten und Hochmoore aus. In den Wannen und Karen gedeihen alpine Felsgewächse und Vertreter der nordischen Flora (Rübezahls Gärtchen am Brunnberg).

Unterhalb der zahlreichen Grundwasseraustritte in der Nähe der Waldgrenze sind üppige Wiesen gebreitet, die die Grundlage für eine gepflegte Weidewirtschaft bildeten. Die Blockhalden in den Hochlagen sind meist nur von Flechten überkrustet.Das gesamte Relief trägt markante Spuren der Vereisung. In der Eiszeit wurden hier 15 selbständige Gletscher gebildet.Die größten befanden sich im Riesengrund und im Elbegrund.

Der überwiegende Teil ( 88% ) des Riesengebirges ist mit Fichtenwald bedeckt. Die Fichtenbestände wurden künstlich zum Nachteil der ursprünglichen Laub- und Mischwälder verbreitet, während die natürlichen Fichtenwälder die obere Waldgrenze bildeten,die in der Höhe von 1200 bis 1300 m verläuft.

Die Schönheit der riesengebirgischen Flora wird durch den aufgeblühten blauen Enzian symbolisiert - diese streng geschützte Pflanze findet man auch im Emblem des jetzigen Naturparkes Riesengebirge.

Die Gebiete mit reichster Flora nennt man poetisch die Gärtchen - davon das Teufelgärtchen und Rübezahlgärtchen die sich im Riesental befinden. Sehr reich ist auch die Fauna. In der Vergangenheit lebten hier auch Bären (der letzte wurde im Jahre 1726 erschossen),Luchse, Steinadler usw. Heute gehören zum Jagdwild vor allem der Hirsch, der Auerhahn und der Birkhahn.